Von Burganlage zu religiöser Stätte

Das Castell d’Alaró ist die Ruine einer alten Höhenkastellburg oberhalb des gleichnamigen Ortes am südlichen Rand der Tramuntana. Die Ursprünge reichen bis in die Bronzezeit. Die Römer nutzten die Burg später als Wachanlage.

Rund um das Jahr 902 besetzten die Sarazenen das Castell, bis der katalanische Eroberer Jaume I. 1231 die Herrschaft der Mauren auf der Insel beendete. Das Castell d’Alaró war danach kurzzeitig unter Aufsicht der Templer. Bis zum Jahre 1741 diente die Burganlage militärischen Zwecken, danach wurde sie ausschließlich religiös genutzt. Die Kapelle entstand im Jahre 1622.

Das Castell d’Alaró liegt in 817 Metern Höhe. Vom ursprünglichen Aussehen mit fünf Türmen sind noch Reste der Festungsmauer, des Eingangstores sowie des südlichen Hauptturms (Torre de la Cova). Unterhalb dieses Turm befindet sich die Tropfstienhöhle Sant Antoni. Oberhalb der Burganlage liegt das Oratorium Nostra Senyora del Refugi aus dem 17. Jahrhundert, in dem sich auch ein Gasthaus, arabische Zisternen sowie die Herberge Refugi del Castell d’Alaró befinden. Letztere ist Teil des Fernwanderweges GR 221. Zweimal jährlich werden Wallfahrten zum Castell d’Alaró unternommen, und zwar am Sonntag nach Ostern und am 8. September.

Reliquien von Cabrit und Basa

Rund um das Castell d’Alaró gibt es viele Legenden. Die bekannteste ist die Geschichte der beiden mallorquinischen Wachleute Cabrit und Bassa. Diese weigerten sich während des Feldzuges von Alfons III., König von Aragon, im Jahre 1285, diesem die Burganlage zu übergeben und beleidigten seine Hoheit. Nach der Einnahme, wurden die beiden gefangen genommen und, in Anspielung auf ihre Namen (Cabrit = Ziegenbock; Brasa = Holzkohle) bei lebendigem Leibe verbrannt. Seit dieser Zeit gehören Cabrit und Bassa zu den historischen Gestalten der Balearen. Je eine Rippe von ihnen findet man bis heute im Castell d’Alaró als Reliquien.

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