Osterprozessionen auf Mallorca

Jedes Jahr sind sie unterwegs… Die Osterprozessionen auf Mallorca. Zu Trommelschlägen schleppen sich in Kutten gehüllte Brüderschaften im Gleichschritt durch Gassen und Dörfer der Insel. Über den Köpfen tragen sie spitz zulaufende Hauben, deren Sehschlitze nur den Blick auf die Augen freigeben.

Doch woher stammt eigentlich diese schaurig-schöne Maskerade, die insbesondere ausländische Betrachter oft an den rassistischen Ku-Klux-Klan der amerikanischen Südstaaten erinnert?

In Kutten und Kapuzen versteckten sich die spanischen Brüderschaften, die mit ihren Schweigemärschen den Kreuzweg Jesus Christi nachstellen, seit Anfang des 14. Jahrhunderts. Grund war eine Anordnung des damaligen Papstes, der die öffentliche Buße und Selbstgeißelung während der Karwoche(noch heute kommt es bei einigen Brüderschaften in Andalusien vor, dass sich einzelne Mitglieder mit der Peitsche geißeln) unter Strafe stellte. Um bei ihrem Bußgang anonym und unerkannt zu bleiben, entwarfen die Brüderschaften unter anderem die Spitzhauben, mit denen sich in den 50er Jahren auch Mitglieder des rechtsradikalen Ku-Klux-Klan verkleideten.

Allein in Palma gibt es 33 Brüderschaften (hermandades), die während der Karwoche 15 Mal unterwegs sind.