Interview mit Ex-Profi Marcel Wüst

In den 1990er Jahren war Marcel Wüst einer der erfolgreichsten deutschen Radrennfahrern. Gleich 14 Mal stand er als Etappensieger bei den großen europäischen Wettbewerben ganz oben auf dem Siegertreppchen. Seit 2009 organisiert Wüst zwischen Mitte Februar und Ende Mai Radsport-Urlaube auf Mallorca.

Wie sind Sie überhaupt ins Radtourismus-Geschäft auf der Insel eingestiegen?

Auf Mallorca habe ich noch während meiner Profi-Karriere viel trainiert. Auch danach kam ich oft mit Freunden zum Radfahren auf die Insel. Irgendwann fragten mich Bekannte,ob ich ihnen einen Aufenthalt organisieren könnte. Die wollten aber kein nullachtfünfzehn-hotel. Das weckte mein Interesse. Vor sieben Jahren habe ich dann ein Haus gekauft, um selbst Radreisen anzubieten. Das hat funktioniert.

Die Konkurrenz ist aber auch groß. Wie behaupten Sie sich gegen die „Big Player“ im Business?

Ich biete konsequent ein Nischen-Produkt auf Mallorca an. Mein Konzept beruht auf kleinen Gruppen von maximal 10 bis 12 Radtouristen, die von mir sehr persönlich betreut werden. Auch das famililäre Ambiente der Unterkunft kommt sehr gut an.Fast 90 Prozent meiner Kunden sind„Wiederholungstäter“. Ich biete ihnen also das, was ich früher als Rad-Profi selbst gerne in Anspruch genommen hätte.

Größere Radreiseveranstalter können aber doch kostengünstiger kalkurieren?

Der Preis spielt bei vielen eher eine Nebenrolle. Teuer bin ich ja auch nicht. Ich kann mich aber sehr viel individueller auf meine Gäste einstellen als Veranstalter von Großengruppen. Zudem biete ich ich hochwertige Karbon-Räder, die ich gemeinsam mit dem Kunden auf dessen Bedürfniss einstelle.

Trainieren Sie Ihre Gäste auch?

Für mich ist die Sicherheit auf dem Rrad sehr wichtig. Deshalb übe ich mit meinen Gruppen auch die verschiedenen Sicherheitsaspekte, auf dies es beim  Rennradfahren ankommt. Will heißen: Ausweichmanöver, fahren in Schräglagen, sturz-und unfall-Management, etc. Ich dränge meinen Kunden nicht zum Rasen. Bei mir sollen sowohl Anfänger als auch ambitionierte Fahrer auf ihre Kosten kommen.

Ist Mallorca als Radtourismus-Destination nicht langsam überlaufen?

Die Zahl von Zweirrad-Urlaubern ist insbesondere im Frühjahr schon sehr hoch. Solange sich das Wachstum in der Branche auf kleinere Gruppen beschränkt, sehe ich die Entwicklung aber unproblematisch. Dass Fahrrad-Touristen der Insel irgendwann den Rücken zeigen könnten, weil es ihnen hier zu voll ist, sehe ich aber auch nicht.

Warum?

In ganz Europa gibt es keine andere Destination, die so attraktiv für Radfahr-Urlauber ist. Was Fluganbindungen, Hotelangebot und Vielfältigkeit der Strecken angeht, ist Mallorca einfach unschlagbar.

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