Richard Branson und der Bürgermeister

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Was den britischen Millionär und Unternehmer Richard Branson einst aus der Gemeinde Banyalbufar auf Mallorca vergraulte, soll sich kein zweites Mal wiederholen. Vor allem deshalb nicht, da Branson vor mittlerweile zwei Jahren einen erneuten Anlauf startete, sich an der Nordwestküste ein Denkmal zu schaffen. Er kaufte den Landsitz Son Bunyola mit dem stattlichen, aber leider heruntergekommenen, Herrenhaus. Branson investierte mit dem Ziel, aus dem Bauwerk ein Landhotel der Luxusklasse zu machen. Dieses Vorhaben war ihm rund um die Jahrtausendwende seitens des damaligen Bürgermeisters von Banyalbufar, entgegen aller Logik, untersagt worden. Jetzt also gräbt sich Richard Branson erneut in die Hänge der Nordwestküste – und offenbar auch in das Herz der Gemeinde.

Offizielle Unterstützung

Bürgermeister Mateu Ferrà drängte am Freitag den Inselrat auf Mallorca, endlich grünes Licht für die Umsetzung des Landhotel-Projektes zu erteilen. Wichtig sei dabei lediglich, dass die Ländereien dadurch nicht grundlegend Schaden nähmen, schränkte Ferrà ein. Ein nicht ganz unwichtiger Hinweis, liegt die Finca doch innerhalb der Serra de Tramuntana und damit mitten im Naturerbe.

Richard Branson wird die Unterstützung freuen. Er selbst äußerte sich allerdings bislang weder zum Engagement des Bürgermeisters noch zu den eigentlichen Bauplänen. Auch Mateu Ferrà musste zugeben, dass er nicht wisse, welche Umbauten und Sanierungen der britische Investor denn genau geplant habe. Das Projekt befinde sich noch in der Entwicklung, sagte er.

Dass das nur bedingt stimmt, wissen die Einheimischen rund um Son Bunyola: Seit vielen Monaten wird bereits am Landsitz gearbeitet. Still, und ganz ohne öffentliches Interesse. Das könnte sich jetzt ändern. Denn das wichtigste Interesse hat, neben Branson, die Gemeinde: Ein Luxushotel zieht Luxusurlauber an. Und die wären im kleinen Ort Banyalbufar nur allzu gern gesehen. (Bild: MF)