Die Stadt der weißen Steine

Fährt man von Campos aus nach Santanyí, führt einen die MA 19 entlang an ausgedehnten Feldern durch ebene Landschaften. Schon weit bevor man das Ortseingangsschild erreicht, erhebt sich bereits die Kirche des Ortes am Horizont. Doch vor der Besichtigung von Sant Andreu steht erst einmal ein Besuch des Wochenmarktes auf dem Programm, dem größten in ganz Migjorn.

Markttage Samstag und Mittwoch

Jeden Mittwoch und Samstag herrscht buntes Treiben rund um den Marktplatz und in den anliegenden Gassen. Frische Produkte aus der heimischen Landwirtschaft finden sich hier ebenso wie mallorquinische Handwerkskunst und Mode von Textilien bis handgefertigten Lederwaren.


Bevor m
an sich aber in das Getümmel begibt, heißt es zunächst einmal einen Parkplatz zu finden. Gerade in den Sommermonaten sind die ausgeschilderten Parkflächen bereits früh belegt, doch in den anliegenden Seitengassen und vor allem auf der Umgehungsstraße findet sich immer noch ein Plätzchen.

Festungsmauer

Der Weg in den Stadtkern führt uns durch die Porta Murada… Ein Zeitzeichen aus der dunkleren Geschichte Santanyís. Aufgrund der exponierten Küstenlage war die Stadt, die im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde, Ziel zahlreicher Piratenangriffe. Viele Familien suchten Schutz in der Kirche oder flohen gar ins Landesinnere. Erst der Bau einer Festungsanlage, dessen letztes Überbleibsel das Stadttor ist, gab den Bewohnern ihren Frieden zurück.

Der berühmte Santanyí-Stein verleiht dieser Stadt ihren Charme, in der sich neben Restaurants und Boutiquen vor allem auch die Kunst-Szene einen Namen gemacht hat. Fast weiß glänzt der Stein im Sonnenlicht und man erahnt, weshalb er inselweit in berühmten Bauwerken zu finden ist – so entstand auch La Seu, die Kathedrale von Palma, aus dem namhaften Marès, dem hellen Kalkstein.

Kostenfreie Orgelkonzerte

Der Bummel über den Markt ist ein Genuss für alle Sinne. Frisches Obst und Gemüse begeistern durch ein buntes Farbenspiel; der Geruch von Käse und eingelegten Oliven steigen in die Nase und erwecken Hunger. Frisch gestärkt nach einem Frühstück – ob eher international oder doch klassisch mallorquin – wartet dann die Kirche Sant Andreu auf einen Besuch. Zu Markttagen stehen die Türen offen, sonst erreicht man über das angrenzende Museum das Gotteshaus. Kenner überrascht vor allem die seitlich positionierte Orgel, die ihre ganz eigene Geschichte zu verzeichnen hat. Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung war es der deutsche Orgelbauer Gerhard Grenzing, der wieder Klang und Namen nach Santanyí brachte. In den Sommermonaten freuen sich Musikliebhaber über kostenfreie Orgelkonzerte.

Auch abseits des Marktplatzes sollten die Augen aufmerksam sein. Ein liebevoll angelegter Orangengarten – Ausgangsstraße nach Es Llombards – oder auch die auf der Straße nach Cala Figuera befindliche ehemalige Pferdetränke sind beliebte Fotomotive… Hier befindet sich übrigens auch noch eine der wenigen öffentlichen Telefonzell